{"id":2857,"date":"2010-01-11T09:31:30","date_gmt":"2010-01-11T08:31:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/?p=2857"},"modified":"2017-01-09T13:07:58","modified_gmt":"2017-01-09T12:07:58","slug":"lectures-reviewed-by-skug","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/?p=2857","title":{"rendered":"\u00e2\u20ac\u0153Lectures\u00e2\u20ac\u009d reviewed by Skug"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.cronicaelectronica.org\/img\/cat\/042-2009-b.jpg\" alt=\"Lectures\" \/><br \/>\nDer polnische Musiker Piotr Kurek ist Teil des Breakcore-Duos Slepcy. Die vorliegende Aufnahme, fast ausschlie\u00c3\u0178lich akustisch, ohne jeden Beat, \u00c3\u00bcberrascht angesichts dieses Backgrounds als Klangcollage aus Geige, Saxophon, Akkordeon und Anderen. Ein Haufen Instrumente, der gleichberechtigt vor sich hin klimpert. Das erinnert an ruhige Jazz-Improvisationen, lange, strukturlose St\u00c3\u00bccke alter Art-Rockhasen und fr\u00c3\u00bche Throbbing-Gristle-Platten. Die Kl\u00c3\u00a4nge kreisen um Zitate des Avantgarde-Komponisten Cornelius Cardew. Man h\u00c3\u00b6rt ihn \u00c3\u00bcber Improvisation, Regelbruch und die Bedeutung des Fehlers in der Musik sprechen. Zu Beginn der CD f\u00c3\u00bchlt man sich als Beobachter einer Stra\u00c3\u0178enlaternen-beleuchteten Ecke einer Gro\u00c3\u0178stadt. Allerlei zieht vorbei, jedoch nichts Aufsehenerregendes. Vielleicht komm eine Gruppe betrunkener Jugendlicher, doch sie verschwindet wieder. &#8220;Lectures&#8221; ist zwielichtig, aber nicht unfreundlich. Die Musik flie\u00c3\u0178t dahin, ohne gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ere Br\u00c3\u00bcche oder Statements. Die Melodien breiten sich nicht aus, werden nicht gro\u00c3\u0178. Sie sind beschnitten und entfremdet, wie CD-H\u00c3\u00a4nger. Teils atonal und monoton, ohne jedoch aggressiv oder unsch\u00c3\u00b6n zu werden. Solche Kompositions-Fetzen wiederholen sich und bewegen sich zueinander und \u00c3\u00bcbereinander. Hin und wieder h\u00c3\u00b6rt man Ans\u00c3\u00a4tze von Solos, die jedoch nie die Aufmerksamkeit an sich rei\u00c3\u0178en. Der Klang verdichtet sich mitunter in Richtung einer Wall of Sound, aber h\u00c3\u00a4lt beim M\u00c3\u00a4uerchen inne. Die Instrumente lassen Platz. Der Sprecher Cardew wird von Hintergrundger\u00c3\u00a4uschen aus einem Proberaum begleitet und klingt wie durch ein weit entferntes Radio, w\u00c3\u00a4hrend die Instrumente klar und nahe sind, ohne den Raum ganz auszuf\u00c3\u00bcllen. Zwei zueinander positionierte Ebenen klingen getrennt durch den Lautsprecher. Bei &#8220;Go Up&#8221; tritt eine verzerrte Gitarre aus, die von Trent Teznor eingespielt sein k\u00c3\u00b6nnte. Ausnahmsweise kristallisiert sich ein treibendes Soundbrett heraus. Nach einigen Minuten klingt es aus und l\u00c3\u00a4sst die zerfaserte, holzige Struktur stehen, die die \u00c3\u00bcbrigen St\u00c3\u00bccke kennzeichnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der polnische Musiker Piotr Kurek ist Teil des Breakcore-Duos Slepcy. Die vorliegende Aufnahme, fast ausschlie\u00c3\u0178lich akustisch, ohne jeden Beat, \u00c3\u00bcberrascht angesichts dieses Backgrounds als Klangcollage aus Geige, Saxophon, Akkordeon und Anderen. Ein Haufen Instrumente, der gleichberechtigt vor sich hin klimpert. Das erinnert an ruhige Jazz-Improvisationen, lange, strukturlose St\u00c3\u00bccke alter Art-Rockhasen und fr\u00c3\u00bche Throbbing-Gristle-Platten. 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