{"id":7170,"date":"2014-05-22T11:03:39","date_gmt":"2014-05-22T10:03:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/?p=7170"},"modified":"2017-01-02T20:04:51","modified_gmt":"2017-01-02T19:04:51","slug":"ab-ovo-reviewed-by-african-paper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/?p=7170","title":{"rendered":"\u00e2\u20ac\u0153Ab OVO\u00e2\u20ac\u009d reviewed by African Paper"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.cronicaelectronica.org\/?p=085\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/cronica085-2014_520.jpg\" alt=\"Ab OVO\" width=\"520\" height=\"460\" class=\"alignnone size-full wp-image-6835\" srcset=\"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/cronica085-2014_520.jpg 520w, http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/cronica085-2014_520-260x230.jpg 260w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/a><br \/>\nWenn in Anlehnung an den Psychoanalytiker Otto Rank vom Trauma der Geburt die Rede ist, versteht man darunter das Gef\u00c3\u00bchl des Herausgesto\u00c3\u0178enseins aus einem \u00c3\u00bcberschaubaren, vertrauten Raum und einem als konstant erlebten Zeitgef\u00c3\u00bcge und den gleichzeitigen Eintritt in eine ungeordnete, diskontinuierliche Welt, in der die Grenzen und Strukturen des Selbst st\u00c3\u00a4ndigen Verunsicherungen ausgesetzt sind. Bereits bekanntere Fachkollegen wie Freud und Lacan haben in einer Bildsprache, die nicht immer dazu taugt, das Interesse von Laien zu wecken, nachgezeichnet, wie das Kind erst nach mehr als einem Jahr so etwas wie ein Ich-Gef\u00c3\u00bchl erlangt, indem es eine neue, weniger regressiv anmutende Ordnung seiner selbst und seiner Umwelt imaginiert und verinnerlicht.<\/p>\n<p>Das St\u00c3\u00bcck \u00e2\u20ac\u017eOVO\u00e2\u20ac\u0153, das letztes Jahr im Teatro de Marionetas im portugiesischen Porto aufgef\u00c3\u00bchrt wurde, referiert zwar nicht direkt auf diese Theorien, legt aber solche Assoziationen schon durch den Titel (dt. \u00e2\u20ac\u017eEi\u00e2\u20ac\u0153) im Zusammenwirken mit der Darstellung schockhaft hereinbrechender Strukturlosigkeit nahe. In den lyrischen Textfragmenten, die die Auff\u00c3\u00bchrung mit ihren gespenstischen, kahlk\u00c3\u00b6pfigen Holzpuppen begleiten, ist vom Fall die Rede, vom \u00c3\u2013ffnen des Sch\u00c3\u00a4dels und einer fremdartigen Zeiterfahrung. Eine Ahnung von Vergangenheit und Zukunft entsteht, und bleibt doch vage und nebul\u00c3\u00b6s, w\u00c3\u00a4hrend sich aus den Fragmenten des Subjekts vier Figuren herausbilden, die Akteure des Dramas.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Bestandteil der Auf\u00c3\u00bchrung war die von Miguel Carvalhais und Pedro Tudela komponierte Musik, die passagenweise so dominant wurde, dass man sich f\u00c3\u00bcr eine Verselbst\u00c3\u00a4ndigung als reines H\u00c3\u00b6rerlebnis entschied. Das so unter dem Projektnamen @c entstandene Album \u00e2\u20ac\u017eAb OVO\u00e2\u20ac\u0153 ist jedoch mehr als ein Mitschnitt, sondern eine komplett neu arrangierte Fassung einiger zentraler Passagen des Soundtracks, dessen etwas willk\u00c3\u00bcrlich anmutende Nummerierung der St\u00c3\u00bccke vom 98 bis 103 den ausschnitthaften Charakter der Musik offenlegt.<\/p>\n<p>Ausgehend von kaum noch definierbaren Quellen wurde hier ein Soundkosmos erzeugt, der in seiner Dichte und F\u00c3\u00bclle nie konstant bleibt und von myteri\u00c3\u00b6sem Brodeln und Blubbern ebenso durchzogen ist wie von technoiden Versatzst\u00c3\u00bccken und dem Hagel kleinteiligen Klangschutts. Bei all dem lohnt es durchaus, die Musik auf einer guten Anlage zu h\u00c3\u00b6ren, denn der r\u00c3\u00a4umliche Aspekt ist hier keineswegs Beiwerk. In den weniger abstrakten Momenten kommen Stimme und herk\u00c3\u00b6mmliche Instrumente zum Einsatz: die geheimnisvolle Melodie eines entfernten Klaviers, erdiges Saitenspiel, perkussives Rasseln. So sehr all dies auch au\u00c3\u0178erhalb eines Theaters funktioniert, verlangt die Raumorientiertheit der Aufnahmen doch regelrecht nach mehr als einem blo\u00c3\u0178 auditiven Kontext \u00e2\u20ac\u201c mit guten Kopfh\u00c3\u00b6rern und wenig Ablenkung l\u00c3\u00a4sst dieser sich einigerma\u00c3\u0178en gut imaginieren. (U.S.)<\/p>\n<p>via <a href=\"http:\/\/africanpaper.com\/2014\/05\/17\/c-ab-ovo\/\">African Paper<\/a><\/p>\n<p><iframe style=\"border: 0; width: 100%; height: 42px;\" src=\"https:\/\/bandcamp.com\/EmbeddedPlayer\/album=3459052720\/size=small\/bgcol=ffffff\/linkcol=e99708\/transparent=true\/\" seamless><a href=\"http:\/\/cronica.bandcamp.com\/album\/ab-ovo\">Ab OVO by @c<\/a><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn in Anlehnung an den Psychoanalytiker Otto Rank vom Trauma der Geburt die Rede ist, versteht man darunter das Gef\u00c3\u00bchl des Herausgesto\u00c3\u0178enseins aus einem \u00c3\u00bcberschaubaren, vertrauten Raum und einem als konstant erlebten Zeitgef\u00c3\u00bcge und den gleichzeitigen Eintritt in eine ungeordnete, diskontinuierliche Welt, in der die Grenzen und Strukturen des Selbst st\u00c3\u00a4ndigen Verunsicherungen ausgesetzt sind. 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