{"id":8080,"date":"2016-02-08T15:45:03","date_gmt":"2016-02-08T14:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/?p=8080"},"modified":"2017-01-01T18:19:48","modified_gmt":"2017-01-01T17:19:48","slug":"everything-emanating-from-the-sun-reviewed-by-amusio","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/?p=8080","title":{"rendered":"\u00e2\u20ac\u0153Everything Emanating from the Sun\u00e2\u20ac\u009d reviewed by Amusio"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.cronicaelectronica.org\/?p=102\" rel=\"attachment wp-att-8020\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8020\" src=\"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/cronica102-2016_520.jpg\" alt=\"cronica102-2016_520\" width=\"520\" height=\"507\" srcset=\"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/cronica102-2016_520.jpg 520w, http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/cronica102-2016_520-260x254.jpg 260w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/a><br \/>\nSeit 2009 initiiert und kuratiert Simon Whetham im estnischen Mooste das MoKS, eine Art K\u00c3\u00bcnstlerresidenz mit Studio-Anbindung, zum Zwecke der F\u00c3\u00b6rderung aktiver Klangforschung sowie der entsprechenden Auseinandersetzung mit Aspekten von Aufnahme, Erzeugung, Komposition und Auff\u00c3\u00bchrung: Active Crossover. Inzwischen hat diese Idee bereits Ausl\u00c3\u00a4ufer nach S\u00c3\u00bcdamerika und Australien entwickelt. Nach der 2012 erschienenen Compilation Crossovers ver\u00c3\u00b6ffentlicht das Label Cr\u00c3\u00b3nica in diesem Jahr eine ganze Reihe mit Forschungsergebnissen aus der Keimzelle des MoKS: Corollaries. Den Anfang macht Yiorgis Sakellariou.<\/p>\n<p>Der \u00c3\u00bcberwiegend in London t\u00c3\u00a4tige und aus Athen stammende Klangforscher legt sich bei seiner halbst\u00c3\u00bcndigen Komposition Everything Emanating From The Sun mit Igor Strawinski an. Genauer gesagt: mit einer Aussage des gro\u00c3\u0178en Erneuerers. Strawinski spricht den nat\u00c3\u00bcrlichen Kl\u00c3\u00a4ngen den Rang der Musik ab, da sie den menschlich bewussten Akt der Organisation entbehren. Yiorgis Sakellariou stellt sich die Frage nach den Vollzugsweisen dieser von Strawinski eingeforderten Organisationsformen, indem er sich eines gedoppelten Schaffensprozess aussetzt.<\/p>\n<p>Nachdem er sich w\u00c3\u00a4hrend seines Aufenthalts in Mooste \u00e2\u20ac\u201c bis hin zu den Mikro-Strukturen \u00e2\u20ac\u201c intensiv mit der Konsistenz seiner Aufnahmen auseinandersetzte, konnte er \u00e2\u20ac\u201c zur\u00c3\u00bcck in London und dort im Zuge der Nachbearbeitung \u00e2\u20ac\u201c feststellen, dass sich die eigene Wahrnehmung des eigenen Werks substanziell ver\u00c3\u00a4ndert hatte. Diese Erfahrung entkr\u00c3\u00a4ftet nicht zuletzt das Diktum Strawinskis. Denn was Musik konstituiert, so Yiorgis Sakellariou, ist der Akt des Vernehmens und Zuh\u00c3\u00b6rens. Die Interdependenz des Settings entscheidet dabei mit \u00c3\u00bcber die F\u00c3\u00a4higkeit, Musik als solche anzuerkennen und sie somit auch als kommunikativ kommensurabel zu verstehen.<\/p>\n<p>Jede Erw\u00c3\u00a4gung, das Ausgangsmaterial aus Mooste erneut zu manipulieren, konfrontierte den Komponisten nicht zuletzt mit elementaren Fragen nach der sch\u00c3\u00b6pferischen Motivation, die sozusagen (wenn auch unter analytischen Voraussetzungen) \u00e2\u20ac\u017eeingefangene\u00e2\u20ac\u0153 Musik von ihren Urspr\u00c3\u00bcngen zu entfernen, um sie dadurch endlich \u00e2\u20ac\u017emusikalisch\u00e2\u20ac\u0153 oder zumindest \u00e2\u20ac\u017emusikalischer\u00e2\u20ac\u0153 zu gestalten.<\/p>\n<p>Im Zweifel pl\u00c3\u00a4diert Yiorgis Sakellariou f\u00c3\u00bcr die offene Erfahrbarkeit seiner Komposition und gegen eine Statik, die Komponieren und Arrangieren vorgeblich forcieren. Unbeabsichtigt hat er mit Everything Emanating From The Sun seiner Zeit zu Mooste einen pers\u00c3\u00b6nlichen Ausdruck verliehen, der sich nicht allein anhand der origin\u00c3\u00a4ren Field Recordings erschlie\u00c3\u0178t.<\/p>\n<p>Wer Everything Emanating From The Sun h\u00c3\u00b6rt, wird seinerseits feststellen, wie diese Musik (durchaus wieder im Sinne Strawinskis) unabh\u00c3\u00a4ngig von vorab (k\u00c3\u00bcnstlerisch) kontextualisierter Performation sogar Narrative anbietet, ohne dabei einer sch\u00c3\u00b6pferischen Symptomatik zu erliegen. Dennoch sollte kreatives H\u00c3\u00b6ren keineswegs als Degradierung des vorab Aufzeichnenden oder als Dekomposition des zuvor Strukturierten verstanden werden. <em>Stephan Wolf<\/em><\/p>\n<p>via <a href=\"http:\/\/www.amusio.com\/14810\/re-think-strawinski\/\">Amusio<\/a><\/p>\n<p><iframe style=\"border: 0; width: 100%; height: 120px;\" src=\"https:\/\/bandcamp.com\/EmbeddedPlayer\/album=3231947578\/size=large\/bgcol=ffffff\/linkcol=e99708\/tracklist=false\/artwork=small\/transparent=true\/\" seamless><a href=\"http:\/\/cronica.bandcamp.com\/album\/everything-emanating-from-the-sun\">Everything Emanating from the Sun by Yiorgis Sakellariou<\/a><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2009 initiiert und kuratiert Simon Whetham im estnischen Mooste das MoKS, eine Art K\u00c3\u00bcnstlerresidenz mit Studio-Anbindung, zum Zwecke der F\u00c3\u00b6rderung aktiver Klangforschung sowie der entsprechenden Auseinandersetzung mit Aspekten von Aufnahme, Erzeugung, Komposition und Auff\u00c3\u00bchrung: Active Crossover. 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