{"id":9178,"date":"2006-09-09T17:59:59","date_gmt":"2006-09-09T16:59:59","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/?p=9178"},"modified":"2006-09-09T17:59:59","modified_gmt":"2006-09-09T16:59:59","slug":"lengvai-60-x-one-minute-audio-colours-of-2khz-sound-reviewed-by-bad-alchemy","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.cronicaelectronica.org\/?p=9178","title":{"rendered":"\u00e2\u20ac\u0153Lengvai \/ 60 x one minute audio colours of 2kHz sound\u00e2\u20ac\u009d reviewed by Bad Alchemy"},"content":{"rendered":"<p>Musik, die mir nicht als Lebensmittel taugt, als Stimulans von Freude, als Aha- effekt, als Pharmakon gegen sinnliche Verhornung oder soziale Verfettung, die ist mir weitgehend gleichg\u00c3\u00bcltig. Und wenn sie mir dumm kommt, dann st\u00c3\u00b6rt sie mich. Diese Gefahr besteht bei Living-Room-Electronica selten. [Von Tanzmusik reden wir hier grunds\u00c3\u00a4tzlich nicht, nicht aus Snobismus, sondern weil sie per definitionem nicht bequatscht, sondern getanzt werden will.] Ob mangels Ehrgeiz ihrerseits oder mangels Sensibilit\u00c3\u00a4t meinerseits, sei dahin gestellt. Was soll mich auch daran st\u00c3\u00b6ren, wenn mir jemand die Sch\u00c3\u00a4delinnenseite mal neu mustert oder meine Wohnzimmerw\u00c3\u00a4nde mal wieder anders tapeziert?<\/p>\n<p>Ersteres f\u00c3\u00a4llt bei mir in die Kategorie \u00e2\u20ac\u0161aisthetisch\u00e2\u20ac\u02dc, \u00e2\u20ac\u0161psychedelisch\u00e2\u20ac\u02dc oder einfach \u00e2\u20ac\u0161dekorativ\u00e2\u20ac\u02dc, letzteres &#8211; mit gleitenden \u00c3\u0153berg\u00c3\u00a4ngen und Vexiereffekten &#8211; unter \u00e2\u20ac\u0161ambient\u00e2\u20ac\u02dc, \u00e2\u20ac\u0161illbient\u00e2\u20ac\u02dc oder \u00e2\u20ac\u0161sombient\u00e2\u20ac\u02dc. Ersteres suggeriert: Sein ist Design und eine Frage der Brille, Letzteres: Du bist nicht allein und Dein Leben ist mal mies mal heiter usw. Der lithauische Sinuswellenreiter und Konzeptk\u00c3\u00bcnstler GINTAS Krapatvicius ist, wie wahrscheinlich 80 % aller Elektroniker, Minimalist, ein Designer von repetitiv rotierenden Pulsmustern, von mehrspurigen Stakkati, die an den S\u00c3\u00a4umen noisig ausfransen. Sein Sortiment bei Lengvai \/ 60 x One Minute Audio Colors of 2kHz Sound (Cr\u00c3\u00b3nica 024, 2 x CD) reicht von spaceig abgeflachten Dr\u00c3\u00b6hnwellen zu harschen Electronic-Body-Stomps, von furzelnden Granulationen zu munter gesteppten Tausendf\u00c3\u00bc\u00c3\u0178ler-Plops, beschleunigtem Leerlauf oder monoton loopenden Pfeift\u00c3\u00b6nen. Im mit 27 Minuten epischen \u00e2\u20ac\u0161Early Set\u00e2\u20ac\u02dc flie\u00c3\u0178en all diese Stilmerkmale noch einmal organisch ineinander und gipfeln in einem pathetischen Vocalsample. Das exakt 1-st\u00c3\u00bcndige Spektrum von 2kHz-T\u00c3\u00b6nen zeigt anschlie\u00c3\u0178end den Konzeptk\u00c3\u00bcnstler Gintas K, der mit 60 je 60-sekundigen stechenden oder alarmierend pulsierenden Haltet\u00c3\u00b6nen die vibrierende Farbpalette der genannten Frequenz ins Hirn injeziert. Und da nehm ich dann doch mein \u00e2\u20ac\u0161St\u00c3\u00b6rt mich selten\u00e2\u20ac\u02dc kleinlaut zur\u00c3\u00bcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik, die mir nicht als Lebensmittel taugt, als Stimulans von Freude, als Aha- effekt, als Pharmakon gegen sinnliche Verhornung oder soziale Verfettung, die ist mir weitgehend gleichg\u00c3\u00bcltig. Und wenn sie mir dumm kommt, dann st\u00c3\u00b6rt sie mich. Diese Gefahr besteht bei Living-Room-Electronica selten. 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