
Ich hätte es fast wieder ausgemacht und dachte mir: Schon wieder Fieldrecordings! Dann trotzdem weiter zugehört und gemerkt, dass da noch viel mehr dahintersteckt und mir alle vier Teile angehört. Anhören!
Das Album ist eine Erweiterung von Meireles’ Kooperationsprojekt DRIFT, dessen Mittelpunkt ein modularer, ortsspezifischer schwimmender Pavillon und öffentlicher Raum in Belfast bildet, der in Zusammenarbeit mit zwei lokalen Architekturbüros (OGU und MMAS) im Auftrag des Stadtrats von Belfast als Teil des Kulturprogramms Belfast 2024 entstanden ist.
Meireles beschäftigt sich schon lange mit der Verbindung von Klangkunst, Umweltbewusstsein und sozialem Engagement. „Four Tales“ bringt das alles perfekt unter einem Dach zusammen. Ihr Hintergrund in der interdisziplinären Klangforschung, einschließlich ihrer jahrelangen Tätigkeit am SARC: Centre for Interdisciplinary Research in Sound and Music an der Queen’s University Belfast, prägt deutlich die Art und Weise, wie sie sich dem Hören nähert. Das ist gleichzeitig methodisch und zugleich poetisch.
Ich bin beeindruckt, wie geschickt sie die verschiedenen Aufnahmen montiert und neu anordnet. Dadurch erzählt sie uns eine weitere Geschichte. Die Linernotes helfen dabei, das Gehörte einzuordnen. Hier geht es darum, innezuhalten, aufmerksam zuzuhören und zu verstehen. Lässt man sich auf die Klänge ein, die einem dort umgeben, verändert sich die Stadt in ihrer Wahrnehmung. Ein Zusammenspiel aus Strömungen, Tieren, Maschinen und Menschen wird hörbar.
via Radiohörer
