
Vor Instantanés Détériorés (C 251, DL) hatten JÉRÔME NOETINGER & LES PERSÉCUTIONS DE STRASBOURG zusammen schon „J’entends pas de musique“ realisiert. Ersteren mit seinem Revox-, CDJ- & Synthesizer-Sound brauche ich nicht vorzustellen. Sein Spielgefährte, das ist Christian Malfray, der in Grenoble zusammen mit Pierre Faure, seinem Partner auch in Nappe und La Morte Young, Dysmusie betreibt. Er setzt Electronics, Resonators, Filters, Oscillators und Feedbackloops ein, für hier ‘Rideau de fer’ [Eiserner Vorhang] und ‘Pluie d’été’ [Sommerregen]. Feuer knistert, Eisen schleift, Schläge fallen wie Schüsse, ein Sirren sifft, um monotones Tuckern schweifen stereophone Wooshes und Oszillationen, Windspiel dongt. Motorik und Automatik verzichten auf jede Sinngebung des Sinnlosen, so bleibt das Spielerische als Stripsody und Selbstzweck. Als Action in kurioser Wallung, die der Arty-Farty-Andacht was furzt und auch sonst den Wind spielen lässt. Dann plättert, knattert, splattert Elektroregen – hat die französische Bahn auch andauernd Verspätung? Beats stereophonieren hin und her, Impulse schillern, wabern, zucken, spotzen. Xenoinsekten schwirren, Aliennasen schnüffeln an elektronischen Duftmarken. Wooshes schwallen zu sirrenden, tröpfelnden, brodelig den Raum querenden Lauten. Zuletzt verlässt ein Auto den undurchsichtigen Schauplatz. [BA 134 rbd]
via Bad Alchemy
