Would you fall in love with a sound ? Jorge Mantas, der sich THE BEAUTIFUL SCHIZOPHONIC nennt, verehrt die Frauen, am meisten die Unerreichbaren – Supermodels, Marmorschönheiten auf Gräbern, Ikonen der begehrenden Phantasie. Erotikon (Crónica 044) kreist fetischistisch um die Accessoires seiner Geliebten: “Furla”-Handtaschen, “Blumarine”-Kreationen aus Chiffon, der Duft von “Musgo”, “Fornarina”-High-Heels. Mantas gibt den Objekten seiner Begierde exotische Namen wie “Aysha” und Kosenamen wie “Bambilány”. Oder er schwärmt von einstigen Musen, “Aliénor d’Aquitane”, die Königin der Troubadoure, und Goyas La duquesa de “Albe” (oder meint er doch den Dark Angel, die Invisible Woman Jessica Alba ?). Es sind Frauen, denen man nur im Traum begenet – in dreams… the ten thousand ponies of your pyjama running every night after me, and then the sound, the almighty sound, the greatest sound of all, the sound of you kissing the snow with dark blue lips. In dream you are a song. Mantas schöne nocturneske Schizophonie schwingt summend von Melancholie zu Nekrophilie. Nur stumm und kalt wie Marmor und Schnee sind die Geliebten makellos. Sobald eine der Postkartenbeauties den Mund öffnet – und 1860 “Au Claire de la lune” singt – klingt es wie ein Schwarm von Aasfliegen (ein Effekt wie bei Poes M. Valdemar). Wenn sie zum Telefon greifen (bei “Fornarina”), werden sie zu quäkenden Plagen. Schön sind sie als Bild und Gefühl. Es ist ihre Unerreichbarkeit, die den Dröhnwellen und Schwebeklängen die gefühlsechte Innigkeit verleiht.