Auch ohne die das Unterbewusste nach außen kehrenden eindringlichen Traumbildszenen von “OVOâ€, letztjähriges Werk des Marionettentheaters vom Porto, entfaltet die dafür komponierte Musik von @c ein surreales Element, das sich nicht zuletzt auf ihren virtuosen Umgang mit Raumkomposition stützt, und natürlich auf ihr Füllhorn an kleinsten Sounds: Kopfhörermusik. Ganz unklar bleibt lange, was für Quellen die beiden Crónica-Macher diesmal im Rechner verarbeiten und sie in konstant fließender Bewegung durch kühl-industrielle Hallräume vorbeiziehen lassen wie Wetter. Immer spürt man, dass Miguel Carvalhais und Pedro Tudela genau wissen, was sie wollen, dass sie jeden ihrer durchnummerierten Klangkörper beständig formen und ihm so eine ganz besondere Lebendigkeit verleihen. Hier haben sie aus dem ursprünglichen Soundtrack ihre Stücke Nr. 98 bis 103 abgeleitet (derer der Albumtitel); die 100, das längste Stück hier, feiern sie mit Gästen. Die introvertierten Gitarrenklänge eines Tam, Sara Henriques portugiesische Lautfragmente, recht versteckt Shirley Redendes Akkordeon: ein Ruhepol. Auf 102 darf sich dann ganz langsam eine Pianofigur aus dem Ei pellen, permissive Klinger treten erst im letzten Stück wirklich hervor. Aber wenn sie überm Brummteppich von 101 ihre mechanischen Pseudo-Guiros auf- und ab-, vor- und zurück-schwellen lassen, sind @c in ihrem stärksten, eigensten Element.
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