Mikan lebt und arbeitet in Wien, kommt aber wie aus dem Nichts. Sein Debut (?) komprimiert 31 Miniaturen auf 37 Minuten, noisiges, teils schroffes, manchmal aber nicht unwitziges Gekritzel, meist offenbar algorithmisch, teilweise auch von Hand generiert mit “generative graphic-tools togehter with granular synthesisâ€, was auch immer das heißen mag. Es hört sich stellenweise wie verzerrte Musik- oder Realitätsfetzen an, wie flattrige, zirpige, kaputte Samples, meist beschleunigt, zerknittert, zerschrottet oder chaotisch durchgeschüttelt. “Ein Tag†dauert nur 3:12 und ist dennoch mit Abstand das längste Teilstück. Mikan zitiert Sloterdijk, Pessoa und Olga Neuwirth, um einem Stichworte wie Illusion & Selbstbetrug, schwarzer Schimmelpilz und “Gesten, die nirgendwohin führen†als Heringe zuzuwerfen, die man entweder fressen oder auf der Nase balancieren kann.