Futurónica 62


Episode 62 of Futurónica, a broadcast in Rádio Manobras (91.5 MHz in Porto, 18h30) and Rádio Zero (21h GMT, repeating on Tuesday at 01h) airs tomorrow, May 18th.

The playlist of Futurónica 62 is:

  • Pure, Piercing Clouds With Laserguns (2012, Loud Listening, Crónica)
  • @c, Novantuno (per Enrico) (2012, Loud Listening, Crónica)
  • Gintas K, Before One (2012, Loud Listening, Crónica)
  • Simon Whetham, Fabricaria (2012, Loud Listening, Crónica)
  • TU M’, Dopolavoro (2012, Loud Listening, Crónica)
  • Mathias Delplanque, Calme (2012, Loud Listening, Crónica)

You can follow Rádio Zero’s broadcasts at radiozero.pt/ouvir.

“Untitled #284” reviewed by Monsieur Délire

Untitled #284
I think I hear church bells at the beginning of this 43-minute work, a lively and constrasted work. If you have ever felt that López’s music was monotonous or minimalistic, please know that his style has been evolving. The latest recordings I have heard are often quite varied to the ear. For instance, this “Untitled #284” is a suite where each scene uses a different sound palette – actually, there are thematic relapses, like those bells. This new work was made from field recordings made in Lisbon in 1992, but these have been heavily mutated, and the resulting piece is mysterious, subtle and strong, like López’s best work. François Couture

via Monsieur Délire

“Untitled #284” reviewed by Bad Alchemy

Untitled #284
Eines muss ich López hier lassen. Die ruhigen, leicht ominös rauschenden Passagen dieses Soundscapes eigen sich gut, um dabei Baudrillard zu lesen. Sein Essay über “Die Gewalt im Bild” etwa. López zitiert daraus selbst den Satz: So kann man sagen, dass hinter jedem Bild etwas verschwunden ist (das macht ja gerade die zweideutige Faszination des Bildes aus: dass etwas in ihm verschwunden ist). Die Bilderstürmer hatten das sehr wohl begriffen, sie prangerten die Ikonen als eine Art an, Gott verschwinden zu lassen (aber vielleicht hatte Gott selbst beschlossen, hinter den Bildern zu verschwinden?). Dass er die ‘Lektüre’ mehrmals ganz plötzlich dramatisiert mit brausenden Turbulenzen, hebt nur das Verstörende an Baudrillards Gedanken über das ‘Verschwinden des Realen’ hervor. Die Brisanz von Sätzen wie: Obszön ist alles, was überflüssigerweise sichtbar ist, ohne Notwendigkeit, ohne Wunsch und ohne Wirkung. Was den so knappen und so wertvollen Raum des Äußerlichen usurpiert… Heute jedenfalls verschwindet nicht mehr Gott, sondern wir: Wir verschwinden hinter unseren Bildern. Niemand stiehlt uns mehr unser Bild oder entreißt uns unser Geheimnis. Wir haben keins mehr. Was Baudrillard so spannend macht, ist letztlich sein konsequenter Remix von Nietzsches protopataphysischem Axiom: …denn nur als ästhetisches Phänomen ist das Dasein und die Welt ewig gerechtfertigt. Die Erkenntnis, dass das Imaginäre, der kostbare Raum des bloß Äußerlichen und Illusionären, etwas Magisches leistet, nämlich das Reale und das Schlimmste als nie ganz sicher erscheinen zu lassen. Wenn wir die Bilder als Bilder entzaubern, sie reduzieren zu Abbildern, machen wir sie (und uns) zu Komplizen des Realen, des Elends, der Gewalt. Statt der Lebensfeindlichkeit in Todfeindschaft zu widersagen, wird dafür in ‘aufgeklärt zynischer’ und ‘obszöner’ Verblendung geworben. Daher in seinem letzten Text “Warum ist nicht alles schon verschwunden?” noch einmal die Umwertung der Werte: Die ‘Agonie des Realen’ ganz unnihilistisch zu begreifen als Notwendigkeit und umgekehrt die Fiktion, den Bereich reinen Scheins, als das ‘Rettende’. López jedenfalls regte die Lektüre zu einer seiner allerbesten Arbeiten an. [BA 73 rbd] Rigobert Dittmann

SOUND//SPACE, a pop-up record store and community hub


SOUND//SPACE is a pop-up record store and community hub celebrating independent thinking and making in music and sound art, via physical performances, workshops, talks and more.

The official opening for SOUND//SPACE and for the V22 Summer Club itself (where SOUND//SPACE is located) is on 5 May from 5pm until late, with Will Montgomery and Carol Watts performing three works linked to a new body of work.

Crónica is very happy to be associated with SOUND//SPACE, where some of its releases will be available for purchase.

More information at SOUND//SPACE