Futurónica 79

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Episode 79 of Futurónica, a broadcast in Rádio Manobras (91.5 MHz in Porto, 18h30) and Rádio Zero (21h GMT, repeating on Tuesday at 01h) airs tomorrow, January 11th.

The playlist of Futurónica 78 is:

  1. Luc Ferrari, Éphémère I “L’Ordinateur Ça Sert À Quoi?” (1974/2010, Éphémère I & II, Alga Marghen)
  2. Hecker, Chimärisation (2012, Chimärisation, Documenta 13)

You can follow Rádio Zero’s broadcasts at radiozero.pt/ouvir.

“eins bis sechzehn” reviewed by Good Friends With Bad Habits

eins bis sechzehn
Ein bisschen Kopfkino, wohlige Hirnspülungen und morbider Mystizismus: Hauptsache interessant! Findet KRISTOFFER CORNILS – und widmet sich im sechsten Teil seiner Betrachtungen von Randnummern, Underdogs und Grenzgängern den dezenteren Tönen und ihren nachhallenden Effekten.

Die Ästhetik des Alltagsleben hat in den letzten Jahren ein grundlegendes Update erfahren: Das Visuelle regiert. Auf unseren Smartphones grabbeln wir uns mit fahrigen Fingern durch Maps und Memes, lassen uns von bewegten Bildern mehr sagen als tausend Worte das jemals könnten. Der Ton landet im Kampf um die Vorherrschaft dieser unserer Popkultur mittlerweile auf dem zweiten Platz, verkommt zum Gimmick – das Visuelle rules, unumstritten. Die Musik aber reagiert und setzt auf Intermedialität, um ihre Message durchzuboxen. So auch im Falle von Eins bis Sechzehn, einer Kollaboration des Klangkünstlers Ephraim Wegner und der Fotografin Julia Weinmann. Die beiden suchten ihre Synthese jedoch fernab der durchdigitalisierten Schnelllebigkeit und wählten – wie aus Trotz, möchte man meinen – Orte des Stillstands als Inspiration für ihr gemeinschaftliches Projekt. Die verlassenen Hotels, die Weinmann in minimalistisch-nüchternen Bildern so eindringlich portraitiert hat, repräsentierten eines Tages eben jenes Leben im Transit, gegen das auch die reduzierten Sounds Wegners einzustehen scheinen.

Sie passen sich nahtlos an die Fotografin seiner Partnerin an, unterstreichen die Trostlosigkeit, die insbesondere die parallel nebeneinander gestellten Bilder von den exakt gleich gebauten, jedoch in unterschiedlichen Graden verwahrlosten Hotelzimmern ausstrahlen. Auch die Collage aus Feldaufnahmen (schlagen da Wellen ans Meer, lacht da eine Touristin?) und trockenen Drones wirkt wie ein klangliches Mahnmal für die verringerte Haltbarkeit dieser Nicht-Orte, die wir nur betreten, um unserer Realität für eine Weile zu entfliehen – deshalb sind sie den schimmernden Screens unserer Smartphones doch gar nicht so unähnlich und stellen trotzdem genau das Gegenteil dar. Schön, dass man sich eine solch logisch ineinandergreifende Gemeinschaftsarbeit als garantiert dauerhaftes Produkt nach Hause holen kann. Kopfkino einerseits, andererseits auch ein haptisches Vergnügen!

via Good Friends With Bad Habits

New release: “Never So Alone” by Simon Whetham

Never so Alone
During an extended stay in Lisbon, courtesy of the Eyjafjallajökull volcano in Iceland erupting and causing european airspace to be closed, Simon Whetham explored the sonorities of city, and the surrounding countryside, using the various microphones he employs in his work. In addition to a Sennheiser shotgun microphone and two Tram lavalier mics, which capture ambient sounds we all hear, he uses contact microphones and hydrophones to expose sound vibrations that travel through objects, an electromagentic coil pickup and a radio receiver.

Simon then composed with these sound materials, in part responding to the geography and architecture of the location, the inhabitants, the weather even, but also the broad spectrum of feelings and emotions felt while investigating the place.

Field recordists tend to work alone when gathering their recordings, entering a state removed from their surroundings, but simultaneously absorbing them and becoming part of them. The loneliness alluded to in the title should therefore not be read as negative, but positive, and essential for the creation of this work.

The sound materials gathered from Lisbon lay untouched/unheard for a while after visiting the city. Emotions were in turmoil and situations were changing forever. Work began on composing with the materials as a cathartic release, one that aided the healing process. Far from being a downbeat ending, I feel the work signifies a new positive beginning, but charts all journeys leading to that point. — Simon Whetham, April 2011

Tracklist:

  1. Inertia, Rising
  2. A Metallic Aftertaste
  3. (Interlude, The Suspension of Time)
  4. Shifting
  5. A Little Faith
  6. (Interlude, Lifesigns/Ashcloud)
  7. Accentuate the Positive

All sound materials gathered in Lisbon, Portugal, April 2010.
Mastered by Miguel Carvalhais.
Cover photo by Hugo Olim.

“Never So Alone” is now available directly from Crónica, from selected retailers and online stores.

“eins bis sechzehn” reviewed by Bad Alchemy

eins bis sechzehn
Eins bis sechzehn (Crónica 069~2012) ist durch das 9 x 9 inch-Format und das üppige Artwork eine visuell herausragende Produktion. Sie entstand in Coproduktion mit der KHM / Academy of Media Arts Cologne, wo EPHRAIM WEGNER postgradual studiert. Den visuellen Part steuert die Fotografin JULIA WEINMANN bei, von der die 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 1 Motive stammen, die auf 6 Faltbögen die Schauplätze zeigen, in die hier die Imagination eintreten und eintauchen kann. Eintreten insofern, dass es da eine Treppe gibt, die in ein völlig ruiniertes Hotel führt, eins mit Meeresblick zwar, aber nur noch ein ausgeschlachtetes Wrack, von dem die Vandalen längst abgelassen haben, weil nichts mehr geblieben ist außer Schutt und Rost. Oder doch? Weinmann findet dort, durch Überlegungen von Marc Augé und Foucault sensibilisiert, die Unschärfe eines Ortes, der durch Identität und Beziehungen charakterisiert ist, und einer Ortlosigkeit, einem Nicht-Ort, der durch Einsamkeit und Austauschbarkeit geprägt ist. Wegner, der das längst Ausgeschlachtete noch einmal zertrümmert, findet dort eine Klangwelt, in der der touristische Trubel einer vergangenen Blütezeit abgelöst ist durch Vogelgezwitscher, Hundegebell, Verkehrsrauschen und seinen selbst inszenierten Abbruchskrach. Teils sind die Geräusche genularsynthetisiert, weitestgehend sind sie aber nur Ausdruck eines dystopischen Zerfalls, mal sind sie konkret Wind, der durch die gähnenden Fensterlöcher faucht, dann nur eine surrende und mäandernde Abstraktion, durch die kleine Irritationen huschen wie Mäuse. Oder wie paranormale Tonbandstimmen? Wenn hier ein Geist als Genius loci umgeht, dann hegt er offenbar noch einen Groll. Zuletzt tritt man ans Meer, das neue Gäste anlockt, die sich an Verfall und Ruin nicht stören. Hauptsache Meer.

“Five Years on Cold Asphalt” reviewed by Bad Alchemy

Five Years on Cold Asphalt
QUARZ ist nicht wirklich eine Band, sondern das Projekt von Alexandr Vatagin, der sich von Fall zu Fall vernetzt mit Nicolas Bernier und Alexander Schubert (electronics & samples), Stefan Némenth (synth) oder Martin Siewert (guitar, electronics, CX3) und speziell für Five Years on Cold Asphalt (Crónica 070~2012) auch mit Bernhard Breuer (drums) und Davin Schweighart (sampler). Der aus der Ukraine stammende Wiener unterfüttert diesen Verbund aus Tupolev-, Radian-, Sinebag- & Ember, Trapist- & Heaven And-, Elektro Guzzi- & Metalycée-erfahrenen Kollegen mit weiteren Electronics, Synths und Samples. In einem gut 34-min. Soundscape mischt Quarz geräuschhaft ambiente mit sublim harmonischen Ingredienzen. Klackendes und besenwischendes Drumming gibt dem träumerischen Klangfluss mit leichter Hand eine nicht nur elektronische Note. Der Duktus ist unhektisch, dazu ständig leicht verschleiert und daher mit geheimnisvoller Aura ausgestattet. Zarte Drones werden von ebenso zarten Gitarrensounds betupft. Dennoch wirkt das dezente Morphen nie meditativ, sondern suggestiv, besser gesagt, anziehend, lockend, als ein bezaubernder Leitfaden in ein unbestimmtes und wohl auch unbestimmbares Ichweißnichtwas. Der Sound schwillt zwischendurch an, aber gleich auch wieder ab. Ein Flugzeug überquert die Szenerie, die aber, trotz zwitschernder Vögel, zu vage bleibt, um sie zu fotografieren. Die arkadische Anmutung geht von einem Nicht-Ort aus, der hier allerdings utopisch codiert ist, nicht als Durchgangsort für Touristen oder den Wind (wie der ‘non-lieu’ im engeren Sinn). Neben Trapist und Radian darf man daher auch an Nonplace Urban Field denken, vor allem wenn zuletzt etwas von Paukentupfern getriebener Schwung aufkommt.

Futurónica 78

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Episode 78 of Futurónica, a broadcast in Rádio Manobras (91.5 MHz in Porto, 18h30) and Rádio Zero (21h GMT, repeating on Tuesday at 01h) airs tomorrow, December 28th.

The playlist of Futurónica 78 is:

  1. Simon Whetham, Inertia, Rising (2013, Never So Alone, Crónica)
  2. Simon Whetham, (Interlude, Lifesigns/Ashcloud) (2013, Never So Alone, Crónica)
  3. Simon Whetham, A Little Faith (2013, Never So Alone, Crónica)
  4. Simon Whetham, (Interlude, The Suspension of Time) (2013, Never So Alone, Crónica)
  5. Simon Whetham, A Metallic Aftertaste (2013, Never So Alone, Crónica)
  6. Simon Whetham, Accentuate the Positive (2013, Never So Alone, Crónica)

You can follow Rádio Zero’s broadcasts at radiozero.pt/ouvir.

“eins bis sechzehn” reviewed by Revue & Corrigée

eins bis sechzehn
Une exploration acoustique et visuelle d’anciens hòtels en ruine, à différentes périodes. La photographe Julia Wienmann (don’t les clichés ne sont pas sans rappeler ceux d’Yves Marchand et de Romain Meffre dans The Ruins Of Detroit) et l’artiste sonore Ephraim Wegner poursuivaient manifestement un même objectif: celui de capter non seulement l’état actuel de ces lieux mais aussi ce qui subsiste de leur passé ainsi que leur devenir potentiel. Il y a tout un imaginaire rattaché à ces bâtiments. Les individus qui y ont logé n’ont laissé aucune trace de leur passage, et pourtant… les halls, les couloirs, les ancienns chambers semblent toujours peuplés de petites histoires individuelles, comme autant de tranches de vies que l’on oeut invoquer à volonté. Par ailleurs ces lieux ne sont pas uniquement désafectés car, comme le font remarquer Julia Wienmann ey Ephraim Wegner, la végétation s’y installe oeu à peu, des animaux y trouvent refuge, des riverais viennent y chercher des matériaux, des gens de passage s’y abritent, on vient y faire des graffitis… tout un univers que les artistes parviennent à suggérer en combinant leurs approches.

Ephraim Wegner a affectué un travail sonore d’une grande qualité, en s’interessant tout autant à l’environement qu’aux vibrations et fréquences émanant des bâtiments eux-mêmes, de sorte que l’on ressent à la fois la pesanteur de ces structures architecturales dépouillées et la respiration du dehors, où le quotidien suit son cours. La pièce et les photos on un ordre précis et font l’effet d’un travelling qui finit par nous conduire vers l’extérieur. La dernière photo est comme un clin d’oeil poétique avec tout en bas une personne seule face à l’étendue de la mer, tout en haut un avion envolé vers d’autres horizons.

Ce que l’on pourrait reprocher à cette belle réalisation c’est la durée, peut-être trop brève, du disque: à peine plus de 20 minutes, tandis que les séries de potographies suggèrent une temporalité relativement longue.

Yann Leblanc

New podcast: Refusenik

Live at Balka Nakts

REFUSENIK is alias of Lithuanian composer/sound artist Arturas Bumšteinas, dedicated to his solo synthesizer music, recorded in studio and performed live.

“Balta Nakts” was a live set performed at Space Textures event in the Balta Nakts festival in Riga, September 2012. The concert took place in the unusual venue under the roof of central city market in Riga — to be more precise, in its vegetable pavilion. The concert happened in the middle of the night with the market being in business, with the vegetable stalls selling their goods for the audience of wandering midnight market shoppers (and some experimental music aficionados too).

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